Druckschrift 
14 (1853) Der Irrwisch oder der Kaper : ein See-Roman
Entstehung
Seite
288
Einzelbild herunterladen
 

288

bis ich ihn wegen einer plötzlichen, nnklngen Hcirath ansmeinen Augen verbannte. Ich hatte immer im Sinn, ihm znverzeihen und für seine Bedürfnisse zu svrgen; doch der Todereilte beide Gatten zn frühe, um mir Zeit dazu zn gestatten.Soviel wußte ich bis jetzt, und es that mir weh, daß es so mar;von seinem Kinde habe ich bis auf diesen Augenblick niemals ge-hört! Das ist ein süßes Antlitz, Vater; es scheint der ächte Wohn-sitz der Wahrheit zn sein!"

Warum sollten wir Euch betrügen, Großvater?" begannGhita auf's Nene, und hielt ihre Arme empor, als ob sie sich nacheiner Umarmung sehnteund besonders zn einer Zeit wie diese?Wir kommen ja nicht, um Ehre, Reichthnm oder Euren großenNamen bei Euch zn suchen; wir kommen blos, Euch um EurenSegen zu bitten, und Euch zn sagen, daß ein Kind ans Euremeigenen Blute auf Erden Zurückbleiben wird, um A v e's für dasHeil Eurer Seele zu beten!"

Heiliger Priester, hier kann kein Betrug stattfindeu! Die-ses theure Kind steht sogar seiner tiefgekränkten Großmutter ähn-lich, und mein Herz sagt mir, daß sie mir augehört. Ich weißnicht, ob ich diese Entdeckung in so später Stunde für ein Glück oderUnglück ausehcn soll, denn sie trifft ja nur noch einen Sterbenden!"

Großvater, Euren Segen! Segnet Eure Ghita, damit ichden Wohllaut eines väterlichen Segenssprnches vernehme."

Dich segnen! Dich, meine Tochter, segnen!" rief der Ad-miral und beugte sich über das weinende Mädchen, um ihrenWunsch zn erfüllen; dann nahm er sie in seine Arme und schloßsie voll Zärtlichkeit an seine Brust;das muß mein Kind sein;ich fühle, daß es Niemand Anderes sein kann!"

Eccellenza," sagte Carlo,sie ist die Tochter Eures SohnesDon Francesco und meiner Schwester, Ghita Giuntotardi, inrechtmäßiger Ehe geboren. Ich möchte Niemand am allerwe-nigsten aber einen Sterbenden betrügen."