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»Großvater," sprach sie flehend, „Euren Segen dein KindeEures einzigen Sohnes!"
„Großvater! — Sohn! — und sein Kind!" wiederholte DonFrancesco. „Ich hatte einen Sohn, zu meiner Schande und Zer-knirschung muß ich's nun gestehen: aber er ist schon lange todt.Ich wußte nie, daß er ein Kind hinterlassen."
„Dies; ist seine Tochter, Signore," erwiederte Carlo Ginnto-tardi; „ihre Mutter war meine Schwester. Ihr hieltet uns da-mals für zu niedrig, um in eine so erlauchte Familie ausgenom-men zu werden, und wir haben nie gewünscht, uns Euch vorAugen zu stellen, bis wir dachten, daß unsere Gegenwart Euchwillkommen sein dürfte."
„Und jetzt kommst du, guter Mann, um auf Verwandtschaftmit einem vernrthcilten Verbrecher Anspruch-zu machen?"
„Nicht so, Großvater," bat eine milde Stimme zu seinenFüßen; „es ist Eures Sohnes Tochter, die ihren sterbenden Ver-wandten um seinen Segen anfleht. Das Geschenk soll durchfromme Scelengebete reichlich vergolten werden."
„Heiliger Vater! das verdiene ich nicht! Hier lebte diese zartePflanze, vergessen und im Schatten, bis sie plötzlich ihr schüch-ternes Haupt erhebt, um mir in der Stunde des Todes ihrenWohlgernch zu biete»! Das habe ich nie verdient!"
„Mein Sohn, wenn der Himmel nicht eher seine Gnaden ge-währte, als bis sie verdient sind, dann wäre das Schicksal desMenschen in der That ein hoffnungsloses. Doch dürfen wir ineinem solchen Augenblicke keinen Täuschungen Zutritt gestatten.Dn bist nicht vermählt, Don Francesco: hast du jemals einenSohn gehabt?"
„Das habe ich unter andere» Sünden schon längst gebeichtet,und da ich es tief bereut habe, so hoffe ich auch, daß es Ver-zeihung gefunden. Ich hatte einen Sohn — der Junge trugsogar meinen Namen, obwohl er nie in meinem Palaste wohnte