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14 (1853) Der Irrwisch oder der Kaper : ein See-Roman
Entstehung
Seite
286
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Zeit die höchsten Aemter und Kommandostellen bekleidet, liebersein Vergehen seine Bertheidignng über die ungebührlicheHast bei seiner Untersuchung und Hinrichtung, so wie über dieUnregelmäßigkeit des ganzen Verfahrens brauchen wir hier keineweiteren Worte zu verlieren: sein Schicksal bildete einen Theilder Weltgeschichte und ist allenthalben genügend bekannt.

Erst an diesem Morgen hatte man ihn festgcnommcn und aufden Fondroyant gesendet; dort in der Kajüte jenes Schiffes warvon seinen eigenen Landsleuten ein Kriegsgericht gehalten undder Greis eiligst zum Tode vernrthcilt worden. Die Stunde derVollstreckung war nahe, und er befand sich bereits ans dem Schiff,wo die Exemtion stattfindcn sollte.

Carlo Ginntotardi's Bote traf den unglückliche» Mann mitseinem Beichtvater allein, dem er so eben seine Beichte abgelegthatte. Er hörte das Gesuch mit kalter Gleichgültigkeit, gewahrtees aber im Augenblick, in der Meinung, es komme von einemAngehörigen seiner Familie oder seiner Besitzungen, der vielleichtum eine letzte Gnade zn bitten oder eine Handlung der Gerechtig-keit zu verlangen hätte.

Bleibt hier, Vater, ich ersuche Euch darum," sagte der Gefan-gene, als er bemerkte, daß der Geistliche im Begriffe war, sichzurückzuziehen;es ist vielleicht ein Landmann »der Krämer, dessenAnsprüche übersehen wurden. Ich bin frvh, daß er gekvmmen ist:denn ehe man stirbt, möchte man sich gerne von jeder Ungerechtig-keit gereinigt wissen. Laßt sie nur eintreten, mein Freund."

Mit diesen Worten gab er ein Zeichen die Kajütenthürcöffnete sich und Ghita und ihr Oheim traten ei».

Eine volle Minute lang sprach Niemand: beide Theile schauteneinander stillschweigend an: der Gefangene suchte umsonst sich derGesichter seiner Gäste zu entsinnen, und das Mädchen zitterte vorKummer und Furcht. Dann trat sie auf den Vernrtheilten zuund kniete mit gebeugtem Haupte zn dessen Füßen nieder.