dastehen. Die Gebirge beider Inseln haben dieselbe Formation,dieselben Schneegipsel — wenigstens einen ziemlichen Theil desJahres hindurch — anch ihre Abhänge bilden denselben geheim-nißvollen Anblick der Zerrissenheit dar, wie ihre Stammhänpterin dem großen Gebirge. Zn all' diese» Reizen kommt aber beiihnen noch ein weiterer, der den schweizerischen Bergen gewöhn-lich abgeht, wenn auch Spuren davon in Savoyen und ans dersüdlichen Seite der Alpen getroffen werden — nämlich jene eigen-thnmliche Vermischung des Sanften mit dem Ernsten, des Erha-benen mit dem Schönen — eine Verbindung, welche eben jenencharakteristischen Zauber der italienischen Landschaften ansmacht.
Dieser Art war denn anch die Scene, welche sich de» Zu-schauern ans dem Verdecke des Jrrwisches darbot. Ans dem Meerewar keine Spur mehr von einer Einwirkung des Westwindes znentdecken; in ruhigem Glanze lag sein dunkelblauer Spiegel zu ihrenFüßen. Groß und feierlich erhoben sich ans der andern Seite dieGebirge, deren zackige Umrisse sich an einem Horizonte abmalten,der „in der Pracht, womit der Tag sich schließt" in feurigen Strah-len glühte; an ihrem Fuße, in tiefem Schatten, waren die näherliegenden Thälcr und schmalen Ebenen in sanftem, geheimnißvollemHalbdunkel gelagert. Ihnen gerade gegenüber, ungefähr zwanzigMeilen weit entfernt, stieg die Insel Pianosa einem Lenchtthnrmegleich aus dem Wasser empor; im Nordosten zeigte sich Elba —jetzt nur noch eine wirre, düstere Gcbirgsmasse, und auf der Küsteglaubte Ghita ein- oder zweimal sogar die schwachen Umrisse desMonte Argentaro, ihres Wohnsitzes, zn erkennen, obwohl die Ent-fernung, die zwischen sechzig und siebenzig Meilen betragen mußte,dieß ziemlich unwahrscheinlich machte. Draußen in der See lagdie Fregatte auf der spiegelglatten Fläche des Meeres mit beschla-genen Segeln und krenzweis gebraßten Raaenein tadellosesBild seemännischer Symmetrie und Pünktlichkeit, so sorgfältigund genau war Alles bei ihr in Ordnung gehalten.