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In der Marine wie im bürgerlichen Leben trifft man ans alleArten von Menschen : die Einen nehmen die Dinge, wie sie ge-rade kommen, nnd begnügen sich damit, ihren Dienst so rnhigals möglich zn versehen; mährend die Andern, für ihre Schiffefast mit der gleiche» Vorliebe wie der Stutzer für seine Personerfüllt, nicht eher rnhen noch rasten, als bis sic dieselben nachihrem Sinne verschönert haben. Das Richtige liegt hier, wie inden meisten Fällen, so ziemlich in der Mitte; der Offizier, der znviel an den äußeren Aufputz seines Schiffes denkt, hat selten Sinngenug dafür, um den Hauptzwecken, zu denen es erbaut und aus-gerüstet ist, gehörige Aufmerksamkeit zn schenken; während ansder anderen Seite Derjenige, welcher sich um die äußere Erschei-nung seines Fahrzeuges wenig bekümmert — wenn er überhauptan Etwas denkt — gewöhnlich Dinge im Sinne führt, die sei-nem Dienst nnd seinem Stande gänzlich fremd sind.
Cnffe bildete hierin so ziemlich die richtige Mitte, wenn er sichauch vielleicht etwas zu viel zn dem seemännischen Stutzer hin-überneigte. Die Proserpina galt — Dank ihrem Baumeister znToulon — für das hübscheste Modell eines Schiffs, das damalsans dem Mittelmeere flott war, nnd wie cs immer bei anerkanntenSchönheiten zn gehen pflegt, so waren auch Alle, die zn ihr ge-hörten, darauf versessen, sie ansznschmücke» nnd ihre schönen Ver-hältnisse im vortheilhaftesten Lichte zn zeigen. Als Ravnl das Schiffseines Feindes an einem einzigen Anker gerade außerhalb Kanonen-schußweitc vor sich liegen sah, konnte er ein Gefühl des Neidesnicht unterdrücken, nnd bittere Gedanken stiegen in ihm empor, wenner die verschiedenen Wechselfälle des Glücks und der Geburt be-trachtete, welche ihn der Hoffnung ans das Kommando einer solchenFregatte für immer beraubten nnd ihn voraussichtlich sein ganzesLeben lang zu dem Loose eines Kapers verdammten.
Die Natur hatte Ravnl Ivard zn einer viel höheren Stufebestimmt, als sie ihn jetzt ans seiner Laufbahn zn erwarten schien.