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Anspruch, man brave, und zwischen Etwas und Nichts kann keineAehnlichkeit stattfinden."
In Ghita's Blick war eher Güte als Vorwurf zu lesen; dochwar ein tiefer Kummer darin nicht zu verkennen.
„Worin kann denn unsere Religion verschieden sein," fragtesie, „wenn wir Beide Christen sind: Italiener oder Amerikaner
— das ist ja ganz dasselbe."
„Das kommt daher, weil Ihr nichts von Ameriky wißt,"meinte Jthnel, der von seiner eigenen Meinung über sich selbst,so wie über den Thcil der Welt, von welchem er herstammte,viel zu sehr überfüllt war. „Erstens habt ihr in eurer Religioneinen Papst, und Kardinale, und Bischöfe, und lauter solche Ge-schichten, wahrend wir durchaus nichts davon wissen wollen."
„Allerdings haben wir einen heiligen Vater und haben Kardi-nale — sie Alle aber sind nicht meine Religion," antwortete Ghitamit Verwunderung in ihren Blicken. „Die Bischöfe sind freilichvon Gott eingesetzt, und bilden einen Theil unserer Kirche; derBischof von Rom insbesondere ist das Haupt der Kirche auf Erden
— aber nichts weiter."
„Nichts weiter! Betet ihr nicht auch Bilder an und wechseltbei eurem Gottesdienste die Gewänder; knieet ihr nicht nieder —was mir jedenfalls sehr gezwungen und profan erscheint — undverkehrt ihr nicht Alles in eitle Ceremonien?"
Hätte sich Jthnel mit Leib und Seele verbindlich gemacht, einender Streitsätze der Oxforder Traktate zu verfechten — er hätte dieseWorte nicht mit größerem Eifer oder mit selbstgerechterer Wärmeanssprechen können. Sein Geist beherbergte einen Vorrath derallergewöhnlichsten Anklagepnnkte, wie sie die ausnehmend ordinä-ren sektirerischen Distinctionen seines Vaterlandes aufstellten, under hielt es für einen hohen Grad protestantischer Vollkommenheit,all' jene veralteten Gebräuche mit tiefem Abscheu zu betrachten.
Ghita dagegen hörte ihm mit Verwunderung zu, denn für sie