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klar werden wird, von Denen, die sie kannten, genannt wnrde —eigentlich hieß sie Ghita Caraccioli — war von Kindheit an eineWaise gewesen. Sie hatte sich in ihrer eigenthümlichen Lage einSelbstvertrauen, eine Seelenstärke angeeignet, welche bei einem sojugendlichen und von Natur so sanften Wesen sonst wohl schwerlichanzutreffen gewesen wäre. Eine Tante hatte ihrer Seele die Grund-sätze der weiblichen Sitte cingeprägt, und ihr Oheim, der, von einemheftige» religiösen Drange getrieben, für die Freuden dieser Welt ab-gestorben war, hatte das Seinige dazu beigetragen, ihr das Gefühltiefer Frömmigkeit und ängstlicher Gewissenhaftigkeit einzupflanzen.
So ließ die Wahrhaftigkeit ihres Wesens sie die Täuschungverdammen, welche Raonl eben jetzt beging, während ihre weiblicheSchwäche sie wiederum geneigt machte, das Unrecht um des Be-weggrundes willen zu verzeihen. Sie war oft und immer wiedervor dem Gedanken zurückgebebt, wie tief der junge Seemann indiesen Trug verwickelt werden mußte — einen Trug, der überdies;noch so leicht mit Gewaltthat und Blutvergießen enden konnte:dann hatte sie wieder unter dem Einflüsse eines sanfteren Gefüh-les gezittert, wenn sie bedachte, daß er sich all' diesen Gefahrennur ihretwegen anssetzte. Ihre Vernunft hatte ihr schon längstvorgestellt, daß Raonl Avard und Ghita Caraccioli einander eigent-lich fremd sein sollten — ihr Herz aber hatte wieder ganz andereDinge zu erzählen.
Eben die jetzige Veranlassung war ganz dazu geeignet, diesewiderstreitenden Gefühle lebendig zu erhalten, und während diemeisten Andern nach dem Hafen hinabeilten, um das Einlaufendes Dvppelflüglers mit anznsehen, blieb sie, wie schon gesagt, aufdem Hügel zurück, indem sie, meist in Thrkinen gebadet, ihreneigenen Gedanken Gehör schenkte.
Raonl aber hatte keineswegs die Absicht, seinen Irrwisch einemOrte anzuvertrauen, wo er so leicht unter der Hand des Menschenerlöschen konnte. Statt, wie man erwartet hatte, vor den aber-