getragen, daß der Podesta dadurch nur um so vollständiger über-listet wurde. Er rief einen Nachbar, und schickte denselben miteiner Botschaft an Andrea Barrofaldi den Hügel hinauf, währender selbst nach dem Hafen eilte, da er, besonders in dem jetzigenAugenblicke, noch weit eher bergab als bergan zu steige» ver-mochte. Raoul blieb ihm dicht an der Seite, und Beide erreichtenzusammen den Rand des Wassers.
Der Podesta gehörte zu denjenigen Personen, die eben so gerneihrem Gefühle als ihrem Verstände Gehör geben, und warvon jeher sehr geneigt, jede Ansicht, die für den Augenblick beiihm vorherrschte, auch sogleich zu äußern. So scheute er sich dennauch keineswegs, bei gegenwärtiger Veranlassung gegen die Fregattelos zu ziehen, denn da er einmal an dem Köder, den ihm der An-dere so geschickt hingeworfen, angebiffen hatte, so äußerte er auchsein Mißtrauen laut und vernehmlich. All' das Signalisiren undFlaggenanfstecken hielt er nun für weiter nichts als für republikanischeList, und genau in demselben Verhältnis als er sich über den ver-meinten Betrug der Fregatte zu ärgern anfing, wurde er auchimmer geneigter, der Ehrlichkeit des Luggers blindlings zu vertrauen.
So war der Bürgermeister mit einem Male gänzlich nmge-wandelt, und wie dieß bei allen plötzlichen, aber späten Verände-rungen geschieht, so war er jetzt ganz in der Laune, das frühereZaudern durch das Uebermaaß seines jetzigen Eifers wieder gut zumachen. Bei dieser Stimmung und noch mehr bei dem Charakterund der Geschwätzigkeit des Mannes, welcher Raoul nur zuweilendurch einige zeitgemäße Einflüsterungen nachzuhelfen suchte, wares kein Wunder, daß nach fünf Minuten die Ansicht allgemeinverbreitet war, die Fregatte sei in hohem Grade verdächtig, wäh-rend der Lugger genau in demselben Maaße, als der Andere inder öffentlichen Gunst fiel, immer höher in derselben steigen mußte.
Diese Einmischung Vito Viti's kam, soweit es wenigstens denIrrwisch und dessen Mannschaft betraf, ausnehmend gelegen, denn