121
sicht znschrieb. Nichtsdestoweniger schien die Fregatte keineswegs zneiner Aenderung ihres Kurses geneigt zn sein, denn, war cs nun,daß sie in dem Hafen vor Anker gehen oder den Lugger gar nochgenauer untersuchen wollte — so viel ist gewiß, daß sie ihre Fahrtfortsetzte, und sich der östlichen Seite der Bai mit der Geschwin-digkeit von ungefähr sechs Meilen in der Stunde näherte.
Raonl Ivard hielt es nunmehr für passend, in eigener Personfür die Sicherheit des Jrrwisches anfzntreten. Ehe er an's Landgegangen mar, hatte er seine vorläufigen Befehle darüber erthcilt,was im Falle einer Annäherung der Fregatte geschehen sollte; dieUmstände erschienen ihm aber jetzt so ernsthaft, daß er den Hügelhinabeilte und selbst Vito Viti noch cinholte, der nach dem Hafengegangen war, um einigen Bootsleuten über die Art und Weise,wie die Qnarantainegesehe bei dem Verkehr mit einer brittischenFregatte gehandhabt werden sollten, seine Weisungen zu ertheilen.
„Ihr müßt ja unendlich glücklich sein in der Aussicht, in die-sem Sir Brown einem ehrcnwerthen Landsmann zn begegnen,"meinte der engbrüstige Podesta, der gewöhnlich sowohl beim Herab-als beim Hinansteigen der steilen Straße den Athem verlor; „erscheint in der That entschlossen zu sein, in der Bai vor Anker zugehen, Signor Smees."
„Euch die Wahrheit zu gestehen, Signor Podesta, so muß ichbekennen, daß ich froh wäre, wenn ich jetzt nur noch halb so fest,wie vor einer Stunde, daran glauben könnte, daß wir wirklichSir Brown und die Proserpina vor uns haben. Ich sehe aller-hand Symptome, nach welchen ich ihn am Ende doch für einenRepublikaner halten muß, und ich gehe deßhalb, um für denVing and Ving ans meiner Hut zu sein."
„Der Teufel hole alle Republikaner — so lautet mein demü-thiges Gebet, Signor Capitano; doch kann ich kaum glauben,daß eine so graziöse und stattlich aussehende Fregatte in der Thatsolchen Bösewichtern gehören könnte."