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betrachte dir mir einmal das Takel- und Segelwerk dieses Fahr-zeugs! — Heilige Maria! Ich konnte ench ja in Marseille sogarden Laden des Segelmachers zeigen, der dieses Focksegel zusammen-gestvppt hat. Er heißt Pierre Benoit, und ist ein sehr tüchtigerHandwerker, wie wir Alle, welche je seiner Dienste bedurft, be-zeugen werden."
Diese letzte Behauptung machte die Sache allerdings höchstwahrscheinlich, denn wie oft muß der gewöhnliche Verstand denUmständen weichen, die nur allzu häufig selbst eingebildeten Tat-sachen Wahrscheinlichkeit verleihen. Tommaso Tonti war zwar, wasdie Hauptsache — nämlich den Charakter ihres Besuches — betraf,ganz auf der rechten Spur; mit dem Segel hatte er aber dennochunrecht, denn der Irrwisch war zu Nantes gebaut, ausgerüstet undbemannt worden, und Pierre Benoit hatte weder das Schiff nochsein Focksegel jemals gesehen. Im Ganzen machte dieß übrigensbei der gegenwärtigen Verhandlung keinen Unterschied, denn warder Segelmacher einmal wirklich ein Franzose, so war der Eineoffenbar so gut wie der Andere.
„Habt Ihr dieß dem Podesta auch bemerklich gemacht?" fragteBenedetta, welche, die lecreFlasche in derHand, demGespräche zuhörte;„ich sollte meinen, daß müßte ihm doch die Augen geöffnet haben."
„Ich kann nicht sagen, daß ich es that; ich sagte ihm aber soviele andere, noch wichtigere Dinge, daß er auch diesem Umstande,wenn er ihn vernimmt, vollen Glauben schenken muß. SignorViti versprach, mich nach seiner Unterredung mit dem Vicestatt-halter hier anfsuchen zu wollen; wir können ihn jetzt mit jeder Mi-nute erwarten."
„Der Signor Podesta soll willkommen sein," rief Benedetta,indem sie einen Tisch abwischte und das ganze Zimmer etwas bes-ser wie gewöhnlich aufzuräumen suchte; „er mag größere Gasthöfeals den meinigen besuchen — besseren Wein aber als hier wirder kaum sonst wo finden!"