Druckschrift 
Zur Philosophie und Geschichte Theil 1 (1820) Die Vorwelt
Entstehung
Seite
308
Einzelbild herunterladen
 

3o3

IV. D s h e m s h j d.

Und erhaben auf demselben der Feldherr saß,

Lichtete sich die ganze Zeit eine Schaar von Vögeln umihn,

Liehen ihr Ohr den Befehlen des Menschen 36),

Und erfüllten die Gegend mit süßem Gesang.

So, bis einige Zeiten verflossen,

Leuchtet in Dshemshjd jede Tugend eines großen Kö-nigs hervor;

Die Welt war ihm dienstbar;

Friedlich beherrschte er die Besitzer der Erde.

Auf einmal blickte er nur auf seinen Thron 37),

Sah nur sich auf der Erde 38),

Und erkannte nicht mehr den Schöpfer.

Er wandte sich von Gott, wurde undankbar.

Da berief er die Edlen der Heere zu sich.

Welche nichnge Worte sprach er zu ihnen!

So sprach er zu den betagten Großen:

Rur einzig mich kenn' ich in der Welt;

Durch mich wurden Wissenschaften und Künste be-kannt ;

Keinen Tiaren-Träger sah der königliche Thron vormir;

Ich habe der Erde ihr anmuthiges Antlitz gegeben:So ward die Welt, wie ich sie wollte ;

Durch mich genießen die Menschen ihre Nahrung undRuhe;

Ihre Kleidung, die Erfüllung ihrer Wünsche, ver-danken sie mir.

Die Herrschaft, die Würde, das Diadem, gehörennur mir;

Wer kann sagen, daß ein Monarch außer mir sey?Durch Heilmittel wurde die Welt von Plagen befreyt;