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Zur Philosophie und Geschichte Theil 1 (1820) Die Vorwelt
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III. Persepolitanische Briefe. 295

ken, gesunde, kräftige Entschlüsse würden; so fanddies große Werden, Gedeihen und Wirken bcynahekein andres Bild, als jenen saftvollen Lcbensbaum(Hom) im Quell Arduifur.

Und sollte die Gestalt personisicirt werden, dieden Menschen dies Wunderwort in seiner Wunder-kraft zubrachte: so ward es der Hom (Homanes),von dem die Parsen-Religion redet, der ihren Kul-tus anrichtete, der ihnen Gurt, Kleid und das kräf-tige Wort gab. Es heißt:Sby! werde!" und Erist selbst das Wort; er ist, sagen sie, im heiligenSchall, der gesprochen wird, er ist im Stein, in derPflanze, im Trank, in der Speise, die sein Wortsegnet. Der Schall des Wortes selbst war der inar-ticulirte, anrufcnde Laut, in dessen Murmelung, indessen langsames oder wiederholtes tonvolles Hersa-gen mehrere Morgenländer, vor allen die Parsen,den zwingenden Geist des Gebets, des Wunschesund Gelübdes, der Jmprecation fetzten. Die Magiedes Magismus lag in diesem Hom, in seinen Ge-brauchen, im Glauben, den man darauf setzte. Da-her die ganze Einrichtung der Desturschaft, ihre Leh-re durch Einweihungen, durch Grade; daher dasGeheimnißvolle derselben und die Stufen dieser Ge-heimnisse , die alle Naturkräfte in ihrer Gewalt zuhaben glaubten, indem sie durch ihre mancherlei)Hom die guten Geister riefen und aussandtcn, diebösen fesselten und banden. Alles, was je die Ma-gie sich anmaßte, lehrte, vorgab und ausrichtcnwollte, gründete sich auf dies Hom, auf ein un-sichtbares, kräftiges Band zwischen Gedanke, Wille,Wort und Wirkung. Wer von Anfänge bis zumEnde den Zend-Avesta anders liefet, als in diesem