294 IH Persepolitanische Briefe.
Sehr natürlich, von welcher Seite man auchdie Zusammensetzung versuche. Das Wort Hom,er ist! es sey! ist die Summe aller Existenz, derAusdruck aller Wünsche und Gelübde; mithin warsin einem Kultus, der auf Ke Kraft ausgesprochenerWorte gebauet war, das Grundwort aller Gedanken,Segnungen und Imprecationen, ein ewiges Amen(Omen),
Von Menschen auf die Geister der Natur an-gewandt, sprachen diese ein ewiges Ho in (Kat), stetswirkend und segnend. Der oberste Naturgeist sprachfortwährend sein mächtiges Honover: es gedei-he! es werde! Alle Izeds als wirkende Natur-kcafte haben von diesen Segnungen den Namen; siesprechen ein ewiges Jzeschne;, und der oberste GeistOrmuzd ist der Ur-Jzed,
Segen und Gedeihen, das sie in die Schöpfungsprechen und wirken, wie kann cs symbolisirt werden,als durch den immer forttreibenden Saft der Schö-pfung, den Baum des Lebens und der Gesundheit,der in der Urquelle wächst, und grünt, und blühet.Seine Wurzel. >st Leben, sein Thag, seine Blatterund Früchte bringen Gesundheit, Daher in der Par-fcn-Rcligion das Svwbol jenes Safts, jener Wur-zel vom Baume Hom, dem sie so diele SM"s-krafte zuschreiben. Daher jener Saft der Unsterb-lichkeit, durch den die Tobten einst leben. Da diePhysik der Parsen eine männliche und weibliche Na-turkraft, Feuer und Wasser , annahm , durch dereninnere Verbindung alles in der Natur werde, gedei-he, sich von Saft zu Saft hinauf lautere, und aufsolchem Wege Leben der Gewächse, der Thiere, derMenschen, in menschlichen Seelen endlich reine Gedan-