s66 lll. Persepolitanische Briefe.
terscheidet ausdrücklich, was er von den Magiernwisse und nicht gewiß wisse; um ihre innere Ein-richtung ist er unbekümmert. Zoroaster brachte keineneue Religion auf; (wie war dies möglich?) son-dern wandte nach jetzigen Reichs - und Zeitumstan-dcn die uralte Magier-Religion zu mehrerer Kulturder Sitten in einem monarchischen Staat an, dermit so viel fremden Völkern zu Verbindung gekom-men war, und auch in Religions-Begriffen reinereGebrauche haben mußte. Daher, daß Zoroaster sichfort und fort auf das alte Gesetz Dshemshjdsbeziehet, das Stande eintheilt, die Urbarmachungdes Landes, Reinheit, Fleiß und Ordnung in al-len Geschäften zur Pflicht macht. Dies Gesetz soll-te und wollte er wieder Herstellen: denn jetzt herrsch-ten die Meder nicht mehr; es herrschte Dshem-shjds Geschlecht, ein Achamcnide. Ebendaß er den Dshemshjd hervor rief, an diesen allesband, und seine Religion nur als Wiederherstellungjener alten Einrichtung der Dinge angesehen wissenwollte, zeigt, daß er unter einem Achamcniden lebte.Furchtsam ging er aus Medien aus, und wagte sichmit seinem Entwurf zur Verbesserung, den Consul-tationen Ormuzds, an den Hof des AbkömmlingcSDshemshjds, des Achameniden.
8. Hiemit stimmen die Nachrichten sogar derspäteren Griechen überein, die dem Darius Histas-pes eine Reform des Magismus, die Einführungeines einstimmigen Kultus in den Modischen sowohl,als Persischen Provinzen zuschreibcn, ja auf demGrabmahl« selbst das Lob eines Lehrers der