III. ' Persepolitanische Briefe.
same, ihm gefährliche Zunft der Magier seinem ord-nenden Geist entgangen seyn? Er ordnete Mederund Perser zu Genossen Eines Reichs, also auchdie Stamme der Magier iu Medien und Persis,die natürlich, wie die Völker selbst, vorher in Man-chem nicht übereinstimmend seyn mochten. Wenn eralso auch die Liturgien im Zend und Pehlvi einstimmigmachte, und dazu einen geschickten, nach Ort und Zeitgelehrten, vorzüglich aber weisen und sittlichen Manngebrauchte, so wurde dieser, weßhalb ihn die Nach-welt vergötterte, zwar nicht ein eigentlicher Gesetz-geber, (welches sich unter einem Monarchen, wieDarius war, gar nicht denken laßt,) aber ein Ge-setz st ist er, d. i. ein Aufheller des alten Na-zismus, ein Ordner der Sitten durch Regeln derRcinigkeit und strengere Religions-Gebräuche nachder jetzigen politischen Beschaffenheit des großenReichs. Durch die Vereinigung vieler, auch aus-ländischer Völker hatte dies Kultur gewonnen, olxrsollte sie fortan gewinnen. Wie Persepolis als dasHaupt eines neuen Reichs errichtet ward, mußteauch eine Landes-Religion errichtet und dazu der alteMeder- und Perser-Kultus poliert werden. — Mähr-chen und Fabeln hinweg gelhan, war offenbar diesdas Geschäft Zoroastcrs, dessen Verdienst die spute-ten Zeiten so hoch preisen. Er war Destur deskünftig-geltenden Religions-Gesetzes, von Königswegen Jnstitutor des Landes.
7. Mich dünkt, hiemit verschwinden auf ein-mal alle Schwierigkeiten, die man sich über seinePerson machte. Wenn Hcrodol seinen Namen nichtnennet: so kann dies Schweigen dem Destur Sa-petman sein Daseyn nicht rauben; denn Herodol un-