282 lil. Pcrsepolitanische Briefe.
Bild von ihm, nach welchem er weder Enthuffästund Weissager, noch Gesetzgeber und Wundertä-ter, sondern Ordner der Religions-Ge-bräuche war. Sein Zweck ist offenbar, alte roheoder unreine Sitten, z. B. das Auslegen der Tob-ten, daß sie von Vögeln und Thicren verzehrt wer-den, Unreinigkeiten am Körper, in Häusern, Spei-sen, Geschäften wcgznschaffen, und durch Religions-Gebräuche, der damaligen Zeit nach, bessere Sit-ten zu bilden. Diese Vorschriften kleidet er in denbescheidenen Namen „ Consultationen Ormuzds."Sie sind für sein Vaterland Iran, besonders fürseine Geburtssiadt Urmi geschrieben, der er sie amEnde empfiehlt, da in ihr bekanntermaßen ein Haupt-Institut der Magier war. Es tragen also diese Con-sultationen ihren Zweck, so wie das Gepräge derdamaligen Sitten und geringen Geistes-Kultur mitsich; wer in ihnen hohe Weisheitssprüche oder et-was noch Höheres sucht, gebe sich selbst die Schuld.Wie der Mosaische Leviticus gehen sie oft in einfür uns kleinsüqiges Detail, und sind in manchempositiven Aberglauben ein wahres -Joch; welcheseben ihr Alter beurkundet, und die Geistesstufedamaliger Zeit und Gegend erprobet. Sapet-man, (denn dieser war Zoroasters Familien-Name,)erscheint in ihnen als Anordner gesellschaftlicherSitten durch Religions - Gebräuche, als Eon-fultor.
3 . In ungleich böherem Glanz zeigen ihndie Liturgien, selbst das Vispered, die<5L>, ^«v-nsn. Nicht nur sind seine Ge-
brauche in ihnen schon festgestellt, sondern man be-kennet sich eigentlich zu ihnen in mehreren Anfängen