280 III. Persepolitanische Briefe.
Kraft beschwüren. Er hat in neueren Zeiten so vielFedern in Bewegung gesetzt, daß es seinem Feruer,auch seiner Mutter Dogdo, seinen drey Weibern undSöhnen durchaus nicht gleichgültig seyn kann, wasman von ihm denke. Also —
An Zoroaster.
„Vorscheine, Goldstern, Gesetzgeber Persiens, Phi-losoph, weiser, glorreicher Zoroaster, erscheine!"
Er erscheint nicht. Entweder müssen ihn dieseNamen nicht rufen, oder das Erscheinen ist seineSache nicht. Wir gehen also die magischen Cere-monien auf, und bleiben bey den Zeugnissen odervielmehr bey dem Gerücht über seine Person undSchriften.
i. Vor allem sondern wir dabey Altes, Neuesund das Neueste, dazu Einheimisches und Fremdes.Höret man alle Stimmen durch einander, ohne zuprüfen, woher jede kommt, was sie dann eigentlichsagt und sagen konnte? so irrt man in einemZauberwalde umher, in dem man sich zuletzt ver-lieret. d'Anquetil hat dieser ganzen UntersuchungSchaden gethan, daß . er seinem sogenannten LebenAoroasters eine sehr spate Epopee, den Zer-