278 III. Persepolitanische Briefe.
der alte Zcnd-Kultus auf manche Provinzen diesesneuen blühenden Perser-Reichs wenig; Pelvischc Ue-bersttzungen halfen also aus; und über alles müssenwir noch mehrere Parsen-Schristcn erwarten. Diewir haben, sind solche, die sich in den Händen ver-triebener Desturs retteten, und die erhalten wurden,wie jene sie brauchen konnten. Die Herrlichkeit derKheans und Sassaniden war vorüber; was Wunder,daß ihrer in diesen Liturgien wenig oder gar nichtgedacht wird.
Unverständig ist aber die Behauptung, daß, tveildiele Parsen-Schriften untergegangcn sind, durchauskeine achten mehr da seyn können. Diese sind da,zum Theil Uebcrbleibscl aus dem alten Magier-Dienst in der Medischen Zend -, d. i. gottesdienst-lichen Sprache. Politisch verfolgt geht nicht leichtetwas ganz unter, am wenigsten ein heiliger Dienst,an dem man so eifrig hing, der eine eigene Zunftzu Erhaltern und Rettern hatte, und Jahrhundertelang in den Meinungen einer großen Nation alswunderthätig gegründet war. Es erhielten sich Fcner-altare, und haben sich bis jetzt erhalten; erhielt sichaber Einer derselben, Ein Atesch-Gah, Eine Schuleder Mobeds: so war das Wesentliche der Parsen-Religion durch sich selbst gerettet: denn sie war einJghres-Kalender; wie die Natur selbst und die Jah-reszeiten hing sie aneinander. Kühn also können wirsagen, daß, ungeachtet der großen Lücken, die wirüber das Ritual der Parsen wahrend der Monarchiewahrnchmen, wir doch die Idee der achten altenMagier-Religion haben. Wir hätten sie sogar, wennwir einige Nosk nicht hätten: denn diese wiederholensich, obgleich mit manchen neuen Erläuterungen,