Z?4
III. Perscpolitanischc Briefe.
rerer großer Volker-Religionen, so auch der Perser.Werden diese Epochen nicht unterschieden: so weiß
man kaum, wovon man redet.
r. Die Perser-Religion, zwischen Völkern derfrühesten Kultur entsprossen, konnte nicht anders alsvon ihnen borgen, d. i. anderswo ausgcdachtenIdeen eine sich selbst gemäße Gestalt geben. Dieswar die JahreSsorm, der Kalender, von welchemVolk, am Euphrat, Gihon oder Indus, er auch ge-nommen seyn möge. Nur bildete man ihn Ehal--aisch, Medisch, Persisch aus, heftete an ihn nachMonaten und Tagen die ganze Ansicht der Naturin Gesinnungen der Völker, die darnach leben soll-ten, und in ihrer eigensten Lebensweise. Ein eignerStamm, sowohl in Medien als Persien, (Chaldäer,Magier) war zu Handhabung dieser Jahres-Reli-gion geordnet; im lebendigen Wort, d. i. inGlückwünschungcn, Gebeten, Formeln, Gebrauchen,liegt diese Einrichtung klar vor uns; wir dürfen mitunverrücktem Sinn nur sehen, was da ist, lesen.Die sechsmal zwölf Faden im Religions-Gürtel, wiedie in der Zahl wechselnden Sprossen des Feuer'schürenden Barsoms tragen ihre Bedeutung so offenmit sich, als die Namen der großen und kleinenGenien, der Monate, Tage, Tagszeiten und Feste.Die brennenden Naphtha-Quellen in Aderbcdschangaben den Feuerdienst hier so lokal und einheimisch,als den Aegyptcrn, Phrygiern, Griechen, Etruskernihre Religions - Gebräuche gegeben werden mochten.Das religiöse Kunnerets (Mittelland der Erde)mit seinem Albordj in allen seinen Zweigen, mitseinen Zare's, Vars, Behescht-Oettern und Kesch-