III. Persepolitanische Briefe.
262.
Taschter, das Haupt der Sterne (Sirius),ward mit der Sonne vor allen Gestirnen anqerufen,als der nicht nur Key der Schöpfung der Lhiereund Menschen geleuchtet, sondern auch einst, alsdie Erde mit Ungeziefer, Kharftsters, überdeckt war,dreyßig Tage und Nachte geregnet und sie ge-säubert habe. Ep ziehet lebendiges Wasser heraufund gießet es nieder,, laßt Quellen fließen und be-fruchtet all? Geschöpfe. Bcym Ausgange der Dingewird er leuchten, den Bösen schlagen; dann brichtdie neue Zeit an. Wer erkennet hierin nicht dasgroße ÄegYPtische Sternenjahr, die Eanicular-Perio-det Mit dem sichtbaren Aufgange des Sirius(Thoth) singen die Aegyptcr ihr Jahr an; er brach-te ihnen die befruchtende Ueberschwemnumg ihresLandes; dreytguscnd Sonnenjahre waren den Aegyp-tern ihr großer Eyclus der Einschaltungen, der ein(iberisches Jahr beschloß,, und wodurch alles in vori-gen Stand kam; er hieß ihnen die Periode desHundsterns (Thoth, Sothis), Da nun nicht erweis-,lich ist, daß die Perser diese Einschaltungs-Periode(n ihrer Zeitrechnung angewandt haben, indem ihrJahr bis zu Uezdegerds Zeiten ein unstetes Jahrblieb : so erhellet, daß dieser Eyclus der großen Palin-gencsie der Dinge, den der Stern Taschter herbeyführen sollte, ihnen ein fremder Begriff war, der ur-sprünglich in ihren Jahreslauf, der vom Widder,nicht im Aegyplischen Zeichen des Krebses begann,nicht gehörte; und Herodot behält Recht, daß die Ae-gypter die Wiederkunft der Seelen nach Ausgang derSirius-Periode national und loyal erfunden haben,Di? Perser indessen wandten den. ihrer Jahrs-rechnung fremden Begriff an: daher nicht nur die