III. Perscpolitanische Briefe. 261
Da die Perser keine großen Astronomen gewe-sen zu seyn scheinen, indem sie, wie aus Mehreren,erhellet, den Typus einer fremden Nation sich nurEigneten; so berechneten sie auch den Eyclus derWiederkunft der Dinge sehr einfach. Ihr Himmelwar in 38 Quartiere (Keschvars) getheilt; das ganzeHeer der Sterne, (denn jedes Volk bringt seine Ideenan den Himmel,) schien ihnen eine gerüstete Schlacht-ordnung. Vier Sterne bewachten das glänzende Heer-lager, Laschter, der große Hund, (dem Namennach ihnen der Urstern,) bewachte den Ost; Sate-v i s, das Stierauge (Schctvi), den West, Venand,der Fuß des Orion (ein Wächter), den Mittag;Haftorang (Haphtaureng), der kleine Bar, denNorden. Meschgah, das Mittelgestirn (die Zwil-linge), stand in der Mitte des Heeres, und kam imStreit andern, insonderheit dem Süd, wo mindereSterne glänzten, zu Hülfe. Jedem dieser Sternewar die Hut eines Jrrsterns, die sie für schädlicheGenien hielten, anvertrauct; dem Taschtcr die Hutdes Merkus (Tir), dem Haftorang des Planeten Mars(Behram), dem Venand des Jupiters (Anhuma), demSatevis die Hut der Venus (Anahid),, dem großenMittelsterne des Saturnus ( Kevan). Die Kometen(Haar- oder Spießsterne) waren unters der Hut derSonne, des Mondes und aller Gestirne. Jene band.sie und hielt sie in Gränzen, daß sie nicht schade-ten. DaS ganze himmlische Heer drehte sich ihnenum ihren Alb 0 rdj, den Stamm und die Wurzelaller Erdgebirge, bewachend ihr Kunnerets, Per-sien, den Nabel, d. i. das Mittelland der Erde ,mit seinen Bergen, Thälcrn, Früchten, Baumen,Metallen, Paradiesen, Menschen.