260 III. Persepolitanische Briefe.
Die Jude», die von den Persern unverkenn-bar viele Bilder über diese Palingencste der Dingehaben, (nur daß sie sie dem Wicderausstehcn ihrerBegrabenen, die Key den Vätern schliefen, und de-ren Schatte im Todtenrcich war, anwandten,)wählten in ihrer Zeitrechnungsweise einen dergleichenCyclus. Da, wie bey den Persern von sechsZeiten, bey ihnen alles von sieben ausging, in-dem sechs Tage der Mühe sich mit einem Sabbathschlossen; so war auch das siebente Jahrtausend derWelt ihr großer Sabbath, dem die Auferstehungvorher ging, und der das Paradies wieder herstellkc.Selbst in den Zeiten der Mühe und Trübsal konnteDaniel seine duldenden Landsleute nicht anders alsin diesem gewohnten Jeitmaas trösten. Siebenzigsieben senn bestimmt; dann werde Alles erneuertund anders werden; eben im letzten Sieben, inder Zeit der größesten Noch und Drangsal, sey dietraurigste Verwüstung ein Zeichen der kommendenHülfe, des nahen Reichs, der fröhlichen Wiederbe-lebung. In der trübseligsten Zeit werde sich derSchutzgeist seines Volks aufmachen, cs retten; auf-wachen werden die Schlafenden, die Rechtschaffenenzum Lohn, die Bösen zur Schmach und Schande.Acchte Freunde ihres Volks, die andere zur Recht-schaffenheit geleitet, würden dann herrschende Ge-nien seyn, lichte Sterne. — Wie einfach ist diese-tröstende Berechnung, wenn man sie selbst an-sieht, und die Verwirrungen vergißt, die man hin-ein gebracht, hinein gezwungen hat! Der PersischeEalcul der Dinge ist auf den Jüdischen zurück ge-führt, national-hoffend, stärkend, tröstend.