III. Persepolitanische Briefe. 269
det." Die SeelcNunsterblichkeit der Aegypter grün-dete sich also auf eine Wiederkunft aller Dinge inihren vorigen Zustand, mithin auf einen astronomi-schen Zeilen - Cyrlus.
Die Meynung der Perser hierüber ging ebendes Weges. Wenn Man ihnen den Glauben an eineAuferstehung der Leiber nach Jüdischer Weifebeymißt, und sie gar zu Urbebern dieses GlaubensMacht, widerspricht man ihrem Kultus. Sie be-gruben die Tobten Nicht, sie bewahrten sie nicht aufnach Aegyptischer Weise; vielmehr sahen sie es gern,daß die ausgestelletcN Leichname bald in ihre Ele-mente zurück gingen, und in ein Lebendiges wun-derten. Als Zvroaster dem OrmUzd die Zweifel überdie Möglichkeit einer Wiederaufledung der Tob-ten voklegte, da ihre Körper verweset und inder Welt umhek zerstreuet seyN, antwortete diesernicht anders, als daß der Mächtige, der alles ge-schaffen, auch alles NeU schaffen, tu i. wiederher-stellen könne. Die Persische Auferstehung war alsöeine erneute erste Schöpfung, eine Wiederbe-lebung, die auch von einem großen Zeiten-CyclUsabhing. Dreytauscnd Jahre hatte das Gute in detWelt allein regieret; dre»tauscNd Jahre Nut Bö-sem gemischt; dkeytUusend Jahre sollte Ahrimanherrschen; die folgenden dreitausend durch den ta-pfekN Streit der Guten immer Mehr entkräftet wer-den, bis Nach Verlauf dieser zwölftaufend Jahreder jetzigen WeltdüUer eine Neue, völlig reine Zeitbegönne, die Wiederherstellung aller Dinge in ihrenersten ZustaNd, mit ihr die Wiederbelebung derTobten und eine Herrschaft des Guten in vollemGlanze.