244 IH- Pcrsepolitanische Briefe.
Beschaffenheit, daher ihre Vorschriften zu derselbe!,Gebrauch und Anwendung; daher die in den
Lrphischcn Geheimnissen, die vom schwarzen undkaspischen Meer herkamen. Alles beruhte auf einemso einfachen Ursprünge eines nach Jahr und Tagengeordneten Weltalls.
Chaldäer und Babylonier waren früh der Me-talle Gießer und Schmelzer; nicht nur die goldenenBildsäulen zeigen dies, sondern noch mehr die Be-arbeitung des schwersten Metalles, des Eisens. Solltecs nun dem Meder und Perser gleichgültig seyn, anwelchem Tage sein Schwert geschmiedet, seine Waf-fen bereitet wurden? So entstand der Glaube anden Beystand des Genius, unter dessen Aufsicht diesSchwert geschärft, diese Pfeile gespitzt waren; so derGlaube an metallene Talismans, in die mit verschie-denen Erzen auch die Kraft verschiedener Genien inder erlesensten glüekreichsten Stunde verbunden undgleichsam gebannt war. Alle Zweige des magischenAberglaubens entsprossen auf demselben Baume derJahres- und Zcitenrechnung.
Mit Jahren und Jahrhunderten schritt wachsenddieser Glaube fort. Der einfache Ursprung wardvergessen; die Bedeutung dieser Figur, jenes Heit-und Natur-Emblems kannte man bald oder gar nicht;dagegen subtilistrte man; jede fremde Nation sah siemit eigenen Augen, mir eigner Auslegung an; meh-rere Nationen mischten ihre Ideen durch einanderund dichteten nach dem Vorbilde mißverstandener äl-terer in Conformität neue Symbole. Seit Alexan-der war vom Opus und Indus an nicht m r biszum Nil und Euphrat, sondern durch die Lydische