2^2 HI. Persepolitanischc Briefe.
vrdnung, beyde gut, wenn man sie gut gebrauchet.Daß man gerade an dieser übertriebenen Dichtungdes spateren MagismuS im d'Anquetilschcn Zend-Avesta nach seiner unkritischen Exposition eben denmeisten Geschmack gefunden, und den ursprünglicheneinfachen Zabäismus in ihm fast übersehe» hat, zeigt,wie gern man am Aeußersten hanget, wenn cs auchdas Unnatürlichste wäre. An dichtenden Schwärme-reyen erfreuet sich der Schwärmer.
5 . Von dem Genius, unter welchem man ge-boren ist, vom Jahr, in dessen Kreislauf man le-bet , ist inan geneigt, ein Denkmahl zu haben undan sich zu tragen. Vielleicht beschützet das Bild, esweckt sein Andenken, das Andenken aller den Jah-reslauf bewachenden guten Geister. — So entstandendie magischen Amulete!
Da die Perser den Schmuck, z. B. Ringe undandere golbeNe Zierathcn, liebten, warum solltendiele von Heil-bringenden Charakteren frcy scyn?Ioq der König jeden Tag des Jahres ein Kleid an,das dem Genius des Tages zustimmte, waren dieverschiedenen Metalle, Farben, Blumen, Früchte,Baume nach Persischer Denkart unter die Herrschaftdieses oder jenes Geistes als seines belebenden Schutz-herrn geordnet; warum dürfte sich dies alles nichtauch im Schmucke nach Jahreszeiten an den Tüglegen und charakrerisiren? Dies geschah also. Far-ben, Metalle, Blumen, Früchte, vor allem aberGestalten der Thiere, sprachen dem genialischen Volk,weil in diesen Gestalten vorzüglich die Genien desJahres sich offenbarten. Jede Stadt, jede Provinzhatte ihren Genius, den sie doch auch im Bilde ft-