III. Persepolitanische Briefe. 341.
die Nacht gewesen war, unter dessen Wecken undGeburten man zuerst nur Divs, d. i. Ungeziefer,Eidechsen, Frösche, Schlangen, verstand, die manhaushälterisch ausrotten sollte, der Ahrimann, denman sich selbst nur als eine große Schlange dachte,und unter seinem Namen vor Werken der Falsch-heit, der Treulosigkeit, des Meineides, geheimerNachstellungen, nächtlicher Betrügereyen warnre; alser, der ersten Idee ganz fremd, durch die unseligsteMetaphysik ein zweytes Prinzipium der Natur, undbey Juden, noch schimpflicher aber bey Christen derTeufel ward, wie viel Böses hat er in der Weltgestiftet. Nicht nur die gesunde Ansicht unserer Na-tur, sondern auch diese Natur selbst hat er zerrüttet,indem er die Menschen mit Furcht gelahmt, zu fal-schen Hoffnungen getrieben, und an ihren edelstenKräften verzagen gemacht hat. Der schlechteste Noskim Zend-Avesta hat das schwarze Phantom nicht biszu dieser Höhe gehoben; es rüstet immer noch denStreiter gegen ihn aus, dem die ganze lichte Schö-pfung zur Seite steht, und der nie verzagen darfam Siege. Dagegen die unwürdigste Philosophieihn zum Herrn der Welt gemacht und die ganzelichte Schöpfung Gott geraubt hat. Auch im Bun-dchescht indessen ist das übcrschrobene, durch alle Zeit-Perioden fortgesetzte Poem vom fortwährenden Kam-pfe Ahrimanns und Ormuzds, der erst nach zwölftausend Jahren den Sieg erhalten kann, keine geist-volle Dichtung, dem Jahres-System des alten Homs,in welchem lauter reine Geister wirken, auch ganzfremde kinzu gedichtet. Läge Ahrimann Einmal dochin dem Abgrunde nächtlichen Vergcssens, in weihener gehöret! Nacht und Lag sind Eine große Zeiten-Philos. u. Gesch. I. LH» O. Oie ^orwe/t»