2§.o HI. Pcrscpolitanische Briefe.
waren, alle Verrichtungen nicht gleich günstig aus-sielen: so mußte sehr bald mit der Tagwahlerey auchMißtrauen in diesen oder jenen Geist, mithin Furchtund Aberglaube entspringen: denn jedem guten Ge-nius war ein böser entgegengesetzt, den er zu über-winden hakte. Die Magier bekamen hierdurch großeGewalt über die Gemächer: denn sie weissagten,mittelst glücklicher oder unglücklicher Zeichen sahensie in die Zukunft. Rächend zeigten sie glücklicheTage an; für andern warnten sic; durch Fürsprachekonnten sie Hebel abwcnden, mächtigere Genien zuHülfe rufen u. f. Eine ungeheure Magie! und auswie kleinen Anlassen , aus einem Jahres - Kalenderund nach gesammelten Naturkenntnissen und Vor-aussichtcn aus einem guten Hausmannsrathe ent-sprossen und forkgebildet.
4. Jeder Mensch wird an einem Tage, mithinnach Persischem Kalender, unter einem Geniusgeboren, der ihn wahrscheinlich, wenigstens öfters,auch seinen Namen gab, (z. B. Mithridates, Tiri-datcs, Bahman u, f.) der also über ihm wachte,ihm half und aushalf, der Schutzgeist seines Lebens.Da nun jedem guten ein böser Genius entgegcnstand,den jener fortwährend zu überwinden hatte: so bil-dete sich unvermeidlich daraus der Glaube von einemguten und bösen Genius, der uns begleite. Wieeinfach erscheinet dieser Glaube noch bey Tenophoirim Bekenntniß des Araspes, daß jeder Mensch einegute und böse Seele habe, und zu welcher schrecklichenHohe ist er fortgebildet worden, indem man ihnüber die ganze Natur verbreitet! Der Ahrimann,der Anfangs nichts als der Flecken des Lichts,
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