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111. Persepolitanische Briese.
Erlauben Sie, scharfsinnige Herren, Angreiferund Bcrthcidiger, ohne alle Kritik der Bücher desZend-Avesta, von denen wir, da wir ihre Sprachennicht verstehen, derselben Genese, Zeit und Umfangnicht kennen, sie nicht gesehen haben, und von ihnennach den bisher bekannten Hülfsmitteln keinen wahr-haft-kritischen Gebrauch zu machen vermögen; er-lauben Sie, daß ich ohne alle Bücher des Zcnd-Avesta, noch weit mehr aber ohne alle gelehrte Dis-quisitionen über Zoroastcr, dessen Mutter Dogdo(Truthenne * *), desgleichen seine Tochter und Schwie-gersöhire, das System darlege, das in diesen Bü-chern liegt, ohne sie nicht nur bestehen kann, son-dern lange Jahrhunderte bestanden ist, eigentlich auchohne sie immer bestehen sollte.
Denn was heißt Zend-Avesta? Ein leben-diges Wort. Ein Wort, das gesagt wird, undim Ausdruck seine Wirkung erweiset. In Büchernists todt. Von Anfänge bis zu Ende des Zend-Avesta beruft sich alles auf Kraft eines lebendigenWorts, durch welches die Welt erschaffen scy undfortdaure, durch welches das Böse überwunden unddas Gute wirkend geübt werde. Lasset uns also diezwölf tausend Ochsenhäute, auf welche ZoroastersBücher geschrieben seyn sollen, ja den Bücherschrci-
Jdeen über die Politik der Völker der altenWelt. Th. 2. S. liIZ.
*) Bey Hy de ist die Dogdo tnd. 7. p, 3i2. ab-gebildet, wo Zoroasters Mutter jedermann sehenkann.