2l>4 III. Persepolitanische Briefe.
dieser Pcrsegard nicht gebaut hatte, so hatte ers derSage nach gebildet. Um so mehr mußte dies ge-schehen, da Darius selbst, seiner Pcrsepolis unge-achtet, den Gcburtswinkel seiner Familie nicht zurbeständigen Residenz machte, sondern diese aus gu-ten Gründen zwischen Susa und Ecbatana theiltc.Das Reich war gegründet, Meder und Perser warenvereinigt; als Rcichsverweser wollte er allen Provin-zen gegenwärtig seyn, damit die Rivalität zwischendieser und jener Provinz aufhörte. Seine Nachfol-ger folgten ihm hierin; der Besuch des sammtlichcnReichs ward ein drückender Prachtzug: der ProvinzPersis aber blieb ihr Vorzug, wie viel oder wenigKönige sie besuchen mochten. Nicht nur der Aufzug ,der Perser in Ferres Heer zeigt dieses, sondern bisauf die Zerstörung des Reichs hinab jede Erwähnungderselben. Die Parther-Könige und Sassamden ka-men selten oder gar nicht dahin; die Provinz hatteeinen Unterkönig, wahrscheinlich auch einen Achäme-niden. Sie blieb Dshjem shjdskant in ihrementlegenen, durch Wüsten und Berge abgeschlossenenWinkel.
Als das Reich der Sassamden im Sturm un-terging, und der Mobammcdismus wie eine Feuer-fluth das Land überströmte, standen diese Gebäudewie eine Trümmer der Vorwelt da; längst waren sievon ihren Erbauern verlassen gewesen. Die in denGräbern und der Königsburg befindlichen Schätzewaren schon unter Griechen und Parthern geraubt;was im Pallastc Khosru zu erbeuten war, standhier nicht zu erbeuten. Und da die Moslems aufalles, was Bild und Gestalt war, als auf Götzen-und Zaubcrbildcr barbarisch stürmten, und das Per-