III. Persepolitanische Briefe. 2vä
ser-Land voll Zauberey glaubten, so ward zerschla-gen, was sich zerschlagen ließ, abgetragen, was hin-weggenommen werden konnte; insonderheit wurdendie Lhiergestalten, als vermeyntlich magische Bilder,grausam behandelt.
Was indessen nicht zerstört werden konnte, wardie lebendige Sage oder vielmehr der Geist PersischerSitten, sofern er in wirklichen Gebrauchen und Ver-fassungen lebte. Mochte z. B. das Arabische Gesetzeine andere Zeitrechnung, das Mondenjahr, cinführcn;die Zeitrechnung der Nation, Dshemshjds Sonnen-jahr mit seinem Feste Neuruz, blieb, so wenigman es auch genau zu berechnen wußte. So meh-rere Jahresfeste; sie hatten in den Sitten der Na-tion Wurzel geschlagen, und waren von ihrem Feste-liebenden Genius unzertrennlich. Mit ihnen alsodauerte Dshemshjds Name, an welchen alle dieseEinrichtungen erinnerten, nicht nur fort; sondernsein Andenken ward neu und frisch ausgebildet; esward mit der Geschichte mehrerer alter Perser - Mo-narchen zu einer eignen glanzenden National - Fabel.Je mehr in der Erzählung weggethan werden mußte,was an den verbannten Feuerdienst erinnerte, destomehr hob sich die Sage von Königen und Weisenunter dem ersten Gesetz vor Zoroaster, die Geschichteder Gerechtigkeitspfleger und Helden, (der Pischtadierund Kheancn) prächtig empor. Mit Wcisheitssprü-chen späterer Zeit, aus Arabern, dem Koran u. f.ward sie ausgezierek, und da dies neue Persien baldeigne und schönere Dichter als Arabien selbst bekam,da man überhaupt die Geschichte der Vorwelt zumNutzen und Vergnügen der gegenwärtigen schrieb,mithin nach Persischer Weise sie allenthalben mit