III. Persepolitanische Briefe. »77
der*)." In den Wolken schwebt also das ganzeHeerlager Israels ; wie Perser und Meder den Thronihrer Könige, so tragen diese Symbole ihres Nativ--nal-Gvttes Stuhl, auf welchem er, wie jene Königs-gestalt des Grabmahls, auch nur bis an die Lendensichtbar ist. Unten ist Feuer; über ihm reiner Him-mel und ein Regenbogen um ihn in Himmelsklar-heit**). So erklärt sich das Bild, dessen Bestand-thcile miteinander so unvereinbar scheinen. Glück-licherweise wissen sie nicht, was über Räder undAugen der Räder, über Wagen und Thiere fürscharfsinniger Unsinn gesagt ist. Die Kabbala stu-dirt noch an diesem Gesicht; vor dem dreißigstenJahr aber darüber zu grübeln, haben die Rabbinenweise untersaget.
Nach einem halben Jahrtausend sah ein ande-rer Israelitischer Seher dies Bild anders ***). Dieausländischen Räder unter dem Stuhl waren ver-schwunden; es war der alte Thron des Jesaias, je-doch ohne Seraphim, im Halbkreise einer Versamm-lung der Würdigsten. Die vier Lebendigen trugenden Thron jedoch nicht mehr als Sinnbilder einesIsraelitischen Heerlagers, sondern als Stellvertreterder ganzen lebendigen Schöpfung. Ohne Ruhe TagUnd Nacht rufen sie und feyern; der Löwe , Königdes Wildes, der Adler des Gefieders; der Skier
*) si Mos. 2, 3 , rv. 18. 2b. s, Wetstein zuOffenb. Hol), 7.
**) Ezech. r. und ro.
*") Offenb. si, 2 --- ti.
Philos. u. Gesch. I. Th.
M Hie poriLöit.