»76 M. Pcrstpolitanische Briefe.
Thron oder Streitwagen sitzend, besungen war; einerseiner Brüder hatte ihn im Allerheiligstcn, als inseinem Paliast, auf einem Prachtftuhl sitzen sehen,dessen Zierathen an beydeN Seiten verhüllte feurigeEngelgestalten, anbetende Seraphim waren. DerThron nämlich mir seinen Gestalten und Bildwerkenhatte sich dem Seher belebet. Von der Erde hebtder Chaldäische Prophet diesen Thron in die Wol-ken; er sichet auch ihn belebt, nicht aber geschmücktnach alter Jüdischer, sondern nach Medifch-PersischerWeist. Räder hat der Stuhl: denn die Throne derPerser.Monarchen waren beweglich. Ein lebendigerWind ist in den Rädern; sie sind voll Augen, d. i.voll Edelqcstcine um und um; sie glänzen mit un-anschaubarec Pracht, reich und köstlich. Neben ihnensind gleich-bewegliche Thiergestalten. Diese stehe»nicht Mehr, nach jener alten Dekoration, um de»Thron als seine Zierden; lies unter ihm bücken sicsich, und tragen den Stuhl des Hocherhabncn nachMedisch-Persischer Weist, wie Perscpolis Denkmahlezeigen. Lhiere und Räder bewegen sich gemeinschaft-lich : denn sic machen ein Ganzes; und jene, die be-lebteren Wesen, übcrtrcffen diese an Pracht des Glan-zes. Und welche Thiere wählt der Israelit? Dievier, die seiner Nation auf ihrem alten Heerzugenach den vier Weltgegenden die Haupt - Paniere ge-wesen waren. „Gegen Morgen lagerte sich der Heer-führer Juda mit seinem Löwen; gegen Mittag Rü-ben mit der Gestalt eines Menschen; gegen AbendEphraim mit dem Bilde des Stiers; gegen Mitter-nacht Dan mit dem sich aufschwingenden Adler.Zwischen ihnen lagerten sich die Stamme ihrer Brü-der*)."