III. Persepolitanische Briefe. r?5
Doch wie lange spreche ich Ihnen von Unthie-rm dieser Art? Da hangt Ihre schöne Zeichnungvor mir, Raphaels Gott-Vater, von denvier Symbolen, den Evangelisten, getragen. Welchezauberische Komposition! Wie arm erscheinen unterihr die beydcn Indischen Symbole, Elephant undRoss, ob sie gleich die ganze lebendige Thierschöpfungin sich enthalten! Raphaels majestätische Gruppewirst neben und unter sich alles zu Boden.
Lassen Sie sich erzählen, wie diese Thicrgruppeentstand, was für langsame Schritte sie mit Jahr-tausenden machte.
Ihr Ursprung ist Persisch oder eigentlich Ehal-daisch, Medisch. Es war eine angenommene Vor-stclluirgeart dieser monarchisch-aristokratischen Volker,daß im Himmel und auf Erde alles in Klassen ge-theilt sey, deren jede ihr Haupt, ihren Vorsteherhabe. So auch die Thiere; und die mächtigsten Gei-ster scheucten sich nicht, in Gestalt dieser Thierkönigezu erscheinen. So wurden sie auch abgcbildct, ent-weder in völliger Thiecgestalt, den Stern über ihnen,Glanz um ihr Haupt; oder es war eine halbe Men-schen-Figur, die über dem verkürzten Thier-Symbolschwebte. So jene Königsgcstalt auf dem Grabmahlbey Perscpolis; so jene andre gleichfalls auf Fitti-gcn, unter sich das Symbol des Widdcrhauptes.Dies war die Vorstellung gleichsam in ihrer Kind-heit.
Ein Israelitischer Seher komponicte sie dichte-risch-größer. Er hatte Bilder älterer Dichter seinerNation vor sich, da der König der Schöpfung auffabelhaften Wunderthieren, Eherubim, wie auf einem