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III, Persepolitanische Briefe.
An Herrn Professor Mayer
in Weimar.
vergönnen Sie mir, geschätzter Freund, aus Ih-rem unterrichtenden Meisterwerke über die Kunstschatzealter und neuer Zeit in Italien, einen Ausdruck,der, wie mich dünkt, ein strenger Canon seyn kann:„ein Kunstwerk spreche sich selbst aus."
Was sich also an einem Kunstwerke nicht selbstausspricht, gehöret eigentlich nicht zum Kunstwerk;Namen z. B., historische Umstände u. f. Letztereverschweigt der Erklärer sogar, sobald sie zerstreuenund vom Werk selbst abführen. Die Anekdoten-Su-cherey, der Plinianische Geschmack, Nebenumstandevom Kunstwerk oder seinem Meister anzuführen, diedabey ausgeschüttete entbehrliche oder falsche Gelehr-samkeit sind ein schlechter Geschmack, weil sie vonher Intuition des Werks, von seiner eignen reinenAussprache zerstreuend abführen. Wer z. B. stattzu Persepolis Königspallästen durch die Pforte ein-zugehen ,, von hinken über die Mauer steigt, und,weil ein Grab nahe ist, die ganze Anlage für eineTodten-Residenz erkläret, hat mir den Begriff desGanzen, in dem durchaus nichts vom Tode enthal-ten ist, durch eine Neben-Jdee zerstöret.
Ich trete vor ein oft wiederholtes Bild undsage: „es ist ein König, jetzt in der, jetzt in dieser