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Zur Philosophie und Geschichte Theil 1 (1820) Die Vorwelt
Entstehung
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167
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III. Perscpolitanische Briefe. 167

gefaßt sind sie zwangvoll und widrig. Kennen Sicaltere frey stehende Säulengänge als diese? Wassind sic aber gegen die Griechischen Propyläen? dieeinzigen mir bekannten Gebäude, die man der Anlagenach in Ansehung der Säulengänge, der Treppe unddes Pöcile mit Persepolis vergleichen könnte. Gegensie gestellt erliegt freylich der Persische Riese, da anihnen die Griechische Kunst in der größestcn Voll-kommenheit erscheinet; auf seinem Marmvrfelscn inPersis aber überwindet er alle Gebäude benachbarterVölker zur Rechten und Linken.

Als in Rom der gute Geschmack zu sinken an-sing, stellete man einzelne Säulen auf, oben mitder Statur des Ucberwinders, wie in Alexandriendie sogenannte Pompejus-Säule und zu Rom dieSäulen der Antonine zeigen; auch hierin, wie invielem andern, näherte man sich wieder dem Geschmackder Morgenländer. Was ist eine einzelne frei) ste-hende Säule, die nichts als ein Belus-Bild trägt,gesetzt, daß sich auch auf ihr alle Thaten des Heldenin bildlichen Vorstellungen hinauf winden? So co-lossalisch die Säule scy, ist sie unserm Auge ent-rückt, und erscheint klein in ihrer Höhe; auch dieVorstellungen sind umher gewunden, damit sie nir-gends anschaubar werden. Dünkt Ihnen die Co-lonade zu Persepolis, die freylich jetzt als ein Ge-rippe dastcht, auch nur als Zugang zum Königssaal,als Propyläen betrachtet, nicht natürlicher, größerund edler?