r6g IH. Pecsepoliianische Briefe.
geleitet, mithin an Ort und Stelle selbst erkläret *).Auf dem großen Berge, wie vertheilet erscheinen sic!sie drängen sich nur auf unfern Kujffcrblättern zu-sammen. Und wie ganz steht jede Verzierung an ih-rer Stelle! so daß ihnen auch die Wiederholung nichtschadet. Alles frcylich im Geschmack jener Zeiten
und jenes Perser-Stolzes; wie erhaben aber überden Geschmack der Indier und Aegypter! Kein aus-gehöhlter, aber ein mit Bau- und Bildwerken be-kleideter Berg stehet da; zweckmäßig ausgebauet,morgcnländisch bekleidet.
6. Auch Schrift fehlt den Wänden nicht: dennaus diese legten Chaldäer, Meder, Perser, Tibe-taner einen so hohen Werth. Als goldene Pfeil-schrift aber stehet sie an; in Zügen, deren sinnrei-che Einfalt, auch unverstanden, das Auge nichtärgert, und vor manchen schlechten Zierrathen unwi-dersprochen den Vorzug behauptet. Der Stahl,der in den härtesten Fels diese ewigen Lettern grub,erzeigte gewiß dem menschlichen Verstände eine grös-sere Wohlthat, als der in Aegypten jene Hierogly-phen setzte. Dies wird die Zukunft bewähren. Eskann nicht anders seyn, als daß eine Buchstaben-schrift aus so alten Zeiten, dazu in mehreren Al-phabeten, wenn sie entziffert ist, mancherlcy Alpha-bete, Sprachen, Völker, Systeme und Religionenzusammen rücke, erkläre, ordne.
7. Neuerdings hat man die Baukunst zu Pcrse-polis für ein Werk der Baktrier erkennen wol-len; ich muß gestehen, daß mir keine eigne Baktri-
) Stieglitz Geschichte der Baukunst, S. -33.