-b2 HI. Perfepolitanische Briefe.
er zerstörte des Königs Burg, nicht wo die Bedien-ten saßen.
2. Ist der ganze Berg Pattast, so sind die
Abthcilungcn fremde, die man sich nach EuropäischerWeise denket. Man gehet nicht gerade vom Eingän-ge zur höchsten Höhe hinauf, (welches auch demHofstaat der Perser-Monarchen nach sehr ungereimtwäre;) sondern die hohe Pforte a. führt nur zudem, wozu im Perser-Begriff die hohe Pforte füh-ren sollte. Wer weiter hinauf gelangte, dem mußtecs Gunst, Geschäft oder Rang «erstatten. Drey nachEuropäischer Weise abgefchnittene Terrassen gibt esauf diesem Pallastbcrge nicht; auch auf der drittenHöhe, wo des Königs eigne Wohnungen waren,gibts Erhöhungen und Vertiefungen, wie Niebuhrberichtet. Folglich wurde Alles an dieser Anhöhe zudem Zweck gebraucht, wozu es gebraucht werdenkonnte. Wenn also der eigentliche Reichspallast I-.,der große Verfammlungssaal, in der Mitte desBerges hinter der großen Eolonade lag : so war
dies an Ort und Stelle. Tiefer binab konnte sichder König nicht begeben; höher hinauf, in dessenPrivat-Wohnungen die Gesellschaft nicht steigen; hierwar ihre prächtige Anfuhrt. Was unterhalb lag,diente dem Reich, Hofbedienten, Provinzen und wassonst dazu gehörte.
3 . Vom Gebrauch der Eolonadcn können wirjetzt gar nicht urtheilen, da sie jetzt theils in Trüm-mern liegen, theils in ihrer schlanken Höhe unbe-deckt dastehen. Ohne Zweifel war die große Colo-nade vor dem Vcrsammlungssaale in der mittle-ren Terrasse doch ungleich naher der Höhe als demBoden, der grvßeste Ort der Feperlichkeiten, der