Druckschrift 
Zur Philosophie und Geschichte Theil 1 (1820) Die Vorwelt
Entstehung
Seite
148
Einzelbild herunterladen
 

i^8 HI. Persepolitanischc Briefe.

ist dem Haupt der Ueberwinder entnommen; einDiadem fließt von ihrem geschmückten dicken Haarhinunter. Ihre Stellung auf dem Königsstuhl, denBogen in der Hand, ist leicht und thatig; da diealte mit dem Zepter steif und ernst war. Statt dersonst vor ihnen Erscheinenden stehet eine symbolischePerson da, die sic gefällig anflcht oder ihnen denKranz reichet; wie verschieden vom alten Ccrcmonielan Persepolis Mauern! Auch ihre prächtigen Titelgracisiren; von den andächtig-stolzen Umschriften desauf sie folgenden Stammes der Safsanidcn weit ent-fernet. Zugleich aber zeigt die Folge dieser Mün-zen den guten Geschmack sinkend *). Die Titel wer-den anmaßender, die Pracht des Vorgestelltcn nimmtzu; die Kunst dagegen nimmt ab mit dem Werthder Münzen. Zn der christlichen Zeitrechnung er-scheint schon statt des leichten Diadems der ge-schmückte Helm der Sassaniden, ein Uebergang zuder unförmlichen Kugelkrone der Sassaniden. Daßbis auf die letzten Zeiten hinab das Parther - Landvon der Kunst der Abendwclt abhing, erhellet nochaus der Geschichte des Tiridates, der unter Nero

H Pellerin und Eckhel, vielleicht die genaue-sten Münzenkenner, die es je gab, haben daher,da die Geschichte der Parther-Könige so mangel-haft, ungewiß, und der Arsaciden - Raine allenRegenten gemein ist, in zweifelhaften Fallen so-gar nach diesem Kennzeichen geordnet. Die ein-fachsten und besten Münzen sind die ältesten; dieanmaßendsten und schlechter» gehören zur Neigedes Reiches.