III. Persepolitanische Briefe. 149
sich in Rom stellte. Er nahm eine Menge Kunstsarbeirer aus Rom mir sich, sein Artaxata auszu-bauen, das er Neronia nannte.
In dies Zeitalter gehören die von Griechen undRömern nachgeahmten Perser-Gebräuche und Kunst-denkmahle. Da sie ein ausländischer Synkretismuszusammengezwungener Vorstellungsarten sind, erfor-dern sie eine eigne Betrachtung.
3 . Unter den Sassaniden. Hier ändertsich ganz die Scene. Die eifrigen Zcrduschtianecbeschützen gegen das andringende Christenthum ihrenFeueraltar; auch auf Münzen stehen gewaffneteMänner um ihn, dem sonst Waffen nicht nahendurften; der König des Gesetzes wird sichtbar in derheiligen Flamme - gebildet. Mit andächtigen Reli-gions-Titeln prangen die Könige, wie mit reich über-ladendem Schmuck; aber ohne Geschmack und Schön-heit. Auch hier zeigt sich in zwey Stücken einemerkwürdige Parallele:
s) Wie in Westen, zumal in Konstantinopel,der Geschmack abnimmt, so auch hier. Sowohl dieMünzen, als die Bilder Rustams, wahrscheinlichauch des Berges Bi-Sutun, erweisen dieses. Esscheinen fortwährend Griechen gewesen zu seyn, diedie Werke der Kunst in diesem jetzt unermeßlich rei-chen, aber barbarischen Kaiserthum leiteten oder trie-ben*). War in Europa der gute Genius der Kunst
*) So ließ z. B. der Saffanide Nomann seinezwey Prachtgebäude Khurnak und Sedirdurch den Griechischen Baumeister Sinmar