Druckschrift 
Zur Philosophie und Geschichte Theil 1 (1820) Die Vorwelt
Entstehung
Seite
145
Einzelbild herunterladen
 

III. Persepolitanische Briefe. 142

3 . Die Anordnung der Figuren auf denGrabmahlern, in Persepolis, ja auf dem schlechtestenStein ist nicht Acayptisch, sondern Griechisch, d. i.im einfachen Geschmack, wohlgeordnet. So viel Ae-gyptische Wcrkleutc Eambyses auch hinübergeschickthabe; man sichet, von Darius an hatte der Grie-chische Kunstgeschmack in Persien das Uebergewicht;welches wohl auch nicht anders seyn konnte. Vonjeher machte man den Persern den Vorwurf, daß siedas Ausländische liebten; sie sind die einzigen Asia-ten, die in ihrem Luxus Mode lieben. Von Da-rius und ökerxes Zeiten an arbeiteten selbst in Grie-chenland Griechische Künstler für den großen König,wie das Bcyspiel des Telephanes beweiset*), wiesollten denn nicht die benachbarten Perser von ihreneigenen Griechischen Provinzen gelernt und ihreKünstler gebraucht haben, nach Persischem Kostümeihre Anlagen zu leiten. Stande der Königspallastzu Susa noch da, waren jene Pracht- und Kunst-gefaße, die goldenen Becher, Weinstöcke, Blumenu. f. vorhanden, auf welche der Luxus der Perservorzüglich ausging; in allem würden wir gewahrwerden, wie Griechische Kunst der Persischen Prachtin ihrem Kostüme diente.

Eben dies war auch die Ursache, warum diePersische Kunst nie eine Griechische Kunst wurde.Sie konnte es nicht werden, weil sie

') ?1in. 1. 54. o. 8.Philos. u. Gesch. I. LH.

K

Oie