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111. Persepolicanische Briefe.
Gewalt war und an sie granzte; durch Arabien unddas Meer war Aegypten von Persien gesondert. Ue-berdem sinken sich beynah keine größere Disparaten,als die Aegypter - und Perser-Religion, der Aegyp-tische und Perser-Charakter. Was von jenen zu die-sen überging, mußte ganz umgcbildet werden; dieGriechische Lebhaftigkeit und Schönheit dagegen, siemußte den auch lebhaften, nur weichen und stolzenPersern gefallen, und war geschickter zu ihrem Dienst.Also
.. In allen menschlichen und Thiervorstellungender Perser ist Leben, Bewegung; vom Unge-heuer an, das als Karyatide eine Mauer tragt, biszur edeln Gestalt des Königs. Nirgends nimmt mandie Pfeiler - und Mumien-Gestalt wahr, von der inder Aegyptischen Kunst so vieles ausging; den Sit-ten und dem Klima der Perser war sie fremde. Alleihre Bilder sind belebt, wie denn auch nach DiodorsErzählung schon auf Babylons Mauern Schlachtenund Thicrjagden in Bewegung sogar mit lebendigenFarben vorgestellt waren, völlig verschieden von derAegyptischen Todtengestalt, in lebhafterem AsiatischenCharakter.
2 . Und die Bewegung, in der alle Figuren er-scheinen, ist mäßig, sittsam. So erscheint derKönig; so sein ganzes Reich; selbst die gewaltsameHandlung, da er Ungeheuer durchbohret, ist imglücklichsten Moment vorgestcllt unübertrieben. Da-gegen sehe man die Aegyptischen Figuren, wenn siein Bewegung erscheinen; wie nahe kommen sie derAffcngeberde!
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