III. Persepolitanischc Briefe. rZ9
angeführt werden sollen, die ersten unter ihnen, Kö-nige ihrer Geschlechter. Wenn also Behrcim, derthätigste der Jzeds, wachsam, siegreich, himmlischgestaltet, in seinen Kämpfen gegen die Kräfte desBösen bald in der Gestalt des Stiers mit goldglan-zenden Ohren und stoßenden Hörnern, bald als Wid-der, Roß, Kamee!, Bock, Hahn u. f. erscheinet;und die übrigen Jzeds ähnliche Gestalten wählen:so entsteht hiemit in anderer als Aegyptischer Be-deutung eine Mythologie prächtiger Thiergestaltcn,die, mit Symbolen bezeichnet, Genien der Reiche,der Völker, der Gegenden, der Strome und Ele-mente wurden. In Daniel z. B. ist der Geniusdes Perser- und Meder-Reichs ein Widder, Sy-riens der schwächere Bock u. f. Nicht aus Kte-sias ist die Bedeutung dieser Gestalten zu lernen,sondern aus dem Zend-Avesta *).
Natürlich entstanden hieraus Zusammensetzungenprächtiger Thiergestalten, von de-nen fernerhin die Rede seyn wird.
2 . Wie die guten Kräfte der Natur, so wur-den nach Persischer Weise auch die bösen Geister inThiergestalten gedacht; aber als Ungeheuer, als grau-same schädliche Thiere. Im Zend-Avesta erscheinensie als Scorpionen (Kharfesters), deren Ausrottung
H In Vielem, dünkt mich, kann Ktesias selbstnicht anders gerettet werden, als daß er manchein Symbolen angenommene für wirkliche Thierenahm, sich von Erzählungen leiten ließ, und stattder Thiergarten (Paradiese) di^Ärchive befragte.