140 III. Pcrsepolitanische Briefe.
jedem Perser Pflicht war, weshalb er seinen Streit-gürtel anlegte, und sich zu Ausrottung des Bösendurch Anrufung guter Hülfsgcister täglich stärkte.Zu Ausrottung schädlicher Thierc waren eigene Fest-tage verordnet*). In größeren Gestalten waren sieUngeheuer, Greife, Einhörner u. f., die sich ver-wandeln konnten, und in Kämpfen oft verwandel-ten ; die alten Bezwinger der Dcws, Könige undHelden, bestritten, durchbohrten oder banden sic undschlossen sie ein in Berge. Ferdusi, Mirkhondu. f. sind dieser Geschichten voll; es war das ange-nommene Bild der Dews und in diesem Bilde dieVorstellung alles auszurottenden schweren gefähr-lichen Uebels **). Nicht nur auf den WändenPersepoliS, sondern auch auf Steinen kommen dieseKampfe oft vor; sie gehörten auch dahin: denn eingroßer Thcil dieser Steine sind Amulete***). AlleReisebeschrciber reden von dergleichen Kampfvorstel-lungen auf zerfallenen oder zerstörten Trümmern
*) Siehe d'Anquetils Abhandlung vom Lehrbegriffder alten Perser z desgleichen die sämmtliche Li-turgie des Zend-Avesta.
**) Siehe Richard so ns Borrede zu seinem Per-sische» Wörterbuche, Deutsch übersetzt mit Eich-horns Vorrede, Leipzig 0779. S. 210. u. f.
***) Z. B. in Eaylus rsciieil D. I. pl. 6. n. r.pl. 22. ri. 2. pl. g8. 6. D. II. pl. g 3 . n. 4.D. IV. xl. 22. ,r. 2. D. HI. xl. 2r. r>. 3 .Die letzte Abbildung gleicht den Kämpfen in Per-sepolis völlig, obgleich in schlechter Arbeit.