1Z2 HI. Persepolitanische Briefe.
An Herrn Hofrath Heyne.
^^aß Persien vor den Parthern Kunst besessen ha-be, ist unwidersprechlich. Das alte Mcdcr-Neich beySeite gesetzt, wissen wir, daß unter Eyrus nicht nurdie Reichthümer und Prachtgebäude Babylons, son-dern auch Klein-Asien mit allen seinen Kunsthcrrlich-keitcn in das Gebiet der Perser kamen. Cambyftseroberte und durchstörte Aegypten; Darms sah undverwüstete Griechenland *). Von ihm an bliebennicht nur bcyde Staaten feindlich oder freundlich inVerbindung, sondern ein großer Theil GriechischerLander voll Kunstdenkmahle und Künstler stand fort-,wahrend unter Persischer Hoheit. Mit ihnen, mitBabylon und Aegypten beherrschte Persien also, ob-gleich nicht ohne Empörung und Aufruhr, die zwcyhundert Jahre seiner Dauer den ansehnlichsten Strichder alten Kunstwelt.
Nicht alles aber, was man hat und haben kann,will oder darf man gebrauchen; also bezirkte sich diePersische Kunstgeschichte nach dem Klima und derVerfassung des Reichs, nach Religion, Sitten undäußern Umstanden: dadurch gewann sie sowohl inGegenständen als im Styl der Kunst ihren eigenenUmriß. Vergönnen Sie, mein bewahrter Freund,daß ich Ihnen, der sich um die Griechische Kunstge-
Mehrere Griechische Städte.