Druckschrift 
Zur Philosophie und Geschichte Theil 1 (1820) Die Vorwelt
Entstehung
Seite
118
Einzelbild herunterladen
 

ii8 III. Persepolitanische Briefe.

aus Münzen und aus der Geschichte, wie stolze Na-men sich ihre Könige, selbst in Briefen an andreMonarchen, an Römische Kaiser gaben. Sie nann-ten sich , wie sic hier die Wände nennen, die g r o-ß e n, d i e w o h l t h a t i g e n, Könige der-nige u. f.; Titel, in welchen sie die Sassanidennoch übertrafen, die sich Söhne Ormuzd,Herren der Welt, Brüder der Gestirnenannten- Die Aufschriften, die Tychsen erklärthat, sind nicht im pomphaften Styl der Sassaniden,wohl aber im Hymnen - Ton des Zend-Avesta ge-schrieben, wenn dieser Gestirne, Helden oder Königelobet. Die Unternehmung eines solchen Pallastesmit seinen Abbildungen war selbst die stolzeste Idee,an welche kein vorübergehender Prachtaufzug einesnur eitlen Weltgebieters reichet.

Sechstens. Und wo konnte der stolze Par-ther sich als einen achten Perser, angeblichen Ab-kömmling der alten Perser-Könige, besser natura-lisirem, als auf dieser Stelle? Dem damals ta-pfersten Volk Vdr Erde, den Griechen, hatte er seinReich abgedrungen, und solches bis nach Indienund Baktra, bis zum Euphrat und an die Gebirgeerweitert; was lag ihm näher, als den alten Schutt-haufen vom Brande Alexanders wegzuraumen undsich im prächtigem Wiederaufbau der alten Perscpolisals den wirklichen Wiederhersteller der Per-ser-Monarchie zu zeigen? Nicht nur warddadurch der Flecke vom Untergang des alten ReichsWeggetilgt, sondern aus dem Schutthaufen stieg einneuer schönerer Reichstempel hervor, zu dessen Auf-führung jetzt die Hände, wenigstens der Geist derGriechen selbst diente: denn daß in den Vorstellungen