ii4 m» Perscpolitanische Briefe.
Erstens: Gehen, wie Sie und vor Ihnenschon della V alle bemerken, ja wie sich jederAnschauende überzeugen muß, die Buchstaben derPerscpolitanischcn Schrift gegen die Gewohnheit derMorgenländer von der Linken zur Rechten,woher diese Abweichung? Nicht nur die alten Assy-risch-Phönicischen, sondern auch die Buchstaben derZcnd - und Pchlvi-Sprache, so wie späterhin dieSchrift unter den Saffaniden und die Schriftzügeder östlich Asiatischen Sprachen gehen alle von derRechten zur Linken; so daß im Horizont unsererLiteratur Griechen uns als die Ersten erscheinen,die eine entgegengesetzte Schreibart in Gang brach-ten. Schon hierdurch also sch.int mitten unter an-dern Schriftarten vor und nach ihr und um sie herdie Persepolitanischc Schrift zu gracisiren.
Zwey tens. Und wenn sie, nach TychsensAngabe, nicht nur Vocale und zwar in zwan-zig Zeichen ausdrückt, sondern auch in einigen Con-sonanten selbst, z. B. 6^ L XL, offenbar dem Grie-chischen nahe kommt; so scheint sie eben dadurch zu-gleich einem sehr gebildeten Griechischen Zeit-alter zuzugehöcen: denn wie bekannt, drückten diealtern Asiatischen Schriftarten die Vokale nicht,oder sehr unvollkommen aus; und die GriechischeSprache selbst hat nach aller erlangten grammati-schen Bildung zum Ausdrucke ihrer verschiedenenLaute keine zwanzig Vokale. Wenn die Zend-
Schrift diese durch Buchstaben ausdrückt, so schiensie eben dadurch die Bildung eines jüngern Zeitalterszu verrathen. Ucberhaupt zeigen mehrere morgenlan-dische Alphabete, wie schwer den Schreibern im Al-terthum eine reine Abthcilung zwischen Vocalen und