Druckschrift 
Zur Philosophie und Geschichte Theil 1 (1820) Die Vorwelt
Entstehung
Seite
97
Einzelbild herunterladen
 

II. Persepolis.

97

denen die Seitenwände noch stehen und gegen 3oFuß hoch sind. Weil es in einer etwas niedrigernGegend liegt, als die meisten der übrigen Gebäude,so hat der Wind an der Vorderseite so viel Staubzusammengeweht, daß die hier befindlichen Alterthü-mer schon bis an die Fensterbank in der Erde be-graben sind; an dieser Seite befinden sich 9 Fen-steröffnungen , die so groß sind, daß man sie be»mersten Anblick für Thüren halt, sie sind aber gewißFensteröffnungen gewesen, und hinter solchen Fenster-öffnungen waren auch die Zimmer wohl nicht klein.Von der inncrn Abtheilung dieses Gebäudes, obnämlich etwa in der Mitte ein großer, fr,per Platzgewesen seyn mag, davon ist jetzt nichts mehr zusehen. Die Trümmer, welche man nicht von hierweggctragen hat, sind mit Erde bedeckt. Daß aberaußen herum lauter Wohnungen gewesen sind, dassieht man aus den d'avon annoch übrigen Thür - undFensteröffnungen, welche letztere aber an der Ost-,Süd - und Westseite nicht so groß sind, als die ander Vorderseite, weil die Sonne von diesen Seitenin die Zimmer dringen konnte. Zn diesem 200 Fußlangen und breiten Gebäude muß also für eine kö-nigliche Familie schon viel Platz gewesen se»n, undwer möchte wohl behaupten, daß solches nur einStockwerk gehabt habe? Die Perser müssen schondamals längst gewohnt gewesen seyn, hoch in dieLuft und auch mit Holz zu bauen, und von einemBaumeister, der eine solche Anlage zu machen wußte,wie man hier findet, kann man wohl nicht erwarten,daß er hinter einer so schönen Treppe und einem3» Fuß hohen und prächtigen Gauge nur ein Ge-bäude von einem Stockwerk aufgefühct habe, dessenPhilos. u. Gesch. I, LH. G O-e poewelt.