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II. P e r s e p o l i s.
nicht; es war in hundert andern Erzählungen alsgemeine Tradition gegeben. Einigen apokryphischenBüchern der Ebräer, z. B. dem vierten Buch Esra*),liegen eben dergleichen sprechende Lhiergestalten zumGrunde; noch in der Apokalypse sind die bkydenSymbole des starken und des weisen oder listi-gen Thiers nach dem Zwecke des Buchs aus der al-ten Tradition kenntlich **). Wir haben also allenGrund, Key unscrn Ruinen diese beyden Bilder alsSymbole der Macht und königlichenWeisheit, beyde aber als Staatsbilder, an-zunehmen. Die Starke bewahrt die äußere, dieWeisheit die innere Pforte des Pallastes; jene istauswärts, diese nach innen gekehret.
Man fordre nicht, daß ich aus andern Schrif-tcn, z. B. aus dem Zend-Avesta, alle Stellen derFabeldichter, die hieher gehören, sammle. Da dieseletztgenannten Bücher wenigstens thciiweise gewiß auseiner spätcrn Zeit sind, als in welcher Persepolis er-bauet worden: so kennen sie nichts als liturgischeEommentare dessen scyn, was hier in altem einfa-chem Bildern dastchet; und das sind sie reichlich.Jeder, der sie durchlaufen hat, weiß, wie viel z. B.jener vernünftige Stier, der König der Thiere, imZend-Avesta gelte; was gleicher Gestalt jener Eselin Ferackhand, mit sechs Augen, neun Mäulern,zwey Ohren und Einem Horn, der von himmlischerSpeise lebt, und jener Vogel, der die Sprache des
') g Esr. ii, 12.
") Offenb. Kap. i3.