38
I. Denkmahle der Vorwelt.
Key einem Volk der Erde ausführlicher behandelt sey,als Key den Indiern. Die Symbolik der Aegypterwenigstens erscheint gegen sie so einfach, daß es zuverwundern ist, wie man bcyde verwechseln, odereinander hat glcichschatzen mögen. Jede von beydcnist local, cs herrscht auch ein völlig verschiedenerGeist der Zusammensetzung in dieser und jener.
Aus Büchern nämlich scheint die ganze Kunstder Indier entsprossen zu seyn, wie auch bereits Wist-nu in seiner ersten Verwandlung die verlornen Wedamshervorholte; daher ich für diesen Theil der symboli-schen Kunst recht viele Indische Gedichte, Mährchenund Sagen übersetzt wünschte. Ganz einen andernWeg nahm die Kunst der Griechen. Sie diente zuAnfänge den Priestern; aber nicht lange. Baldwarf sie dem Bacchus die Hörner, andern Götternihre drückende Symbole ab, und symbolisirtedie Götter selbst zu bleibenden, ewigenCharakteren. Eine Stirn des Jupiters, Herku-les, Apollo und Bacchus ist für die ganze Figurcharakteristisch; so ihre andern Glieder. Die Kunstder Griechen ward gebildet, als Kunst zu sprechen,ohne fremde Attribute, ohne Buchstaben der heiligenSage; dahin konnten sie unter der Leitung der Bra-manen Key den Indiern schwerlich gedeihen. DieKaste der Künstler war ein untergeordneter Stamm:der Stamm her Bcamanen war sein Gebieter. Fleißund Arbeit konnte jener zum Werk bringen; dieserbrachte dazu anordnende Gedanken.