I. Denkmahle der Borwelt. 37
Im Mahrchen laßt es sich artig hören, wie derGott der Liebe auf einem Papagey, Siwa auf einerKuh, dem Bilde der Lugend, Supramanier aufeinem Pfau, Sani, der Gott der Strafe, auf ei-nem Raben, der König der Hölle auf einem Büffel,der König der Geister auf einem Elcphanten reitendvorgestellt wird; das Bedeutende davon laßt sichnirgends verkennen; dem Auge indessen gibt es,außer dem Gemahlde mit Farben, kein so genügsa-mes und festes Kunstverhältniß, als wenn der Gottdes Feuers auf einem Widder, der Gott des Meersauf einem Krokodill, der Gott der Winde auf einerGemse, der Gott des Reichthums auf einem weißenRoß mit Kränzen geziert, die Göttin der Zwietrachtund des Elendes auf einem schwarzen Pferde, dasPanier des Raben in der Hand haltend, reitet. Al-lenthalben indeß steht man, die symbolischeAllegorie hatte die Kunst übermannt; diese ge-horchte der religiösen Bezeichnung und Sage.
Noch deutlicher bemerkt man dieses an den A t-tributen, mit welchen die heilige Sageihre Götter auch in der Kunst beschwerte:um diese Attribute nur zeigen zu können, gab sieihnen viele Hände, viele Köpfe. Hicmit hatte frey-lich die Sage reiche Gelegenheit, an dieser göttlichenUngestalt sich erhalten und wiederholen zu können;bey jedem Symbol, jedem Arm, jedem Kopf konnteeine Geschichte, eine Eigenschaft des Gottes erzähltwerden, und an einer einzigen Figur hatte der Leh-rer sowohl als der Schüler gleichsam die ganze Epo-pee des Gottes, ein vollständiges Jnventarium seinerVerhältnisse und Thatcn. Alles war an ihm be-deutend; und ich zweifle, ob die Symbolik der Kunst